Georg Wissel - (präp.)sax, clarinet

Achim Tang - bass

Simon Camatta - drums, percussion

Verästelungen im Inneren des Geräusches,spontane, energiegeladene Kommunikationbisweilen gepaart mit einem Sinn für die bizarren und absurden Seiten des Klänge. Mit Georg Wissel, Achim Tang und Simon Camatta frischen drei vielbeschäftigte Musiker der deutschen Jazz und Improvisationsszene regelmäßig ihre langjährige Trio-Beziehung auf, um an ihrer eigenen Art freier Improvisation zu arbeiten. Teils mit Konzept, teils ohne. Auch pulsierende Elemente, Groove-Versatzstücke und Melodiefragmente kommen zu ihrem Recht.


live:

13.dez.2017 Saarbrücken/Künstlerhaus
19.dez.2017 Köln/Loft




Sounds:

 

  RingRing Festival Belgrad 2016
   Karlsruhe, Kunstverein 2016
      Winterjazz 2015, Köln - Foto: Gerhard Richter
      
indes (Umlandrec.)  

https://umlandrecords.bandcamp.com/


    
         
movements(creative sources)CD

reviews:

freiStil #61

THE WISSELTANGCAMATTA movements

Creative Sources / creativesourcesrec.com

Georg Wissel (sax, cl), Achim Tang (b), Simon Camatta (dr, perc)

Musikalische Tempobezeichnungen wie allegro, largo, rubato – deren Buchstabenreihenfolge völlig durcheinander gemischt ist – fungieren als Titel der einzelnen Stücke und charakterisieren diese auch entsprechend. Angestoßen werden die sehr zwingend sich ereignenden freien ad hoc-Improvisationen mit quirliger, lebhafter Motorik, was in ein impulsives Klangkompendium voll emotionaler Hitze und kratzbürstiger Unruhe mündet. Doch nicht nur diesem Zustand alleine gilt die Aufmerksamkeit. Mit spitzen Ohren durchlauschen die drei deutschen Musiker ebenso eine flächige Topografie, die sich sehr entschleunigt und ruhig ausbreitet und in reduktionistischer Weise Wildwuchs hervorbrechen lässt. Bemerkenswert erscheint auch die Tatsache, mit welcher Überlegtheit die drei Klangstöberer die Möglichkeit ihrer Instrumente ins Unorthodoxe ausweiten und in eine substanzielle Abstraktheit münden lassen, in der eine unmittelbare, konkrete Poesie mitschwingt. Zudem durchsetzt von spielerischer Akribie, die dem plastisch differenzierten Klangfluss noch eine weitere kaleidoskopische Nuance verleiht. Die hier mit viel Bedacht ausgespielten Idiome freier Improvisation erklingen im Getöse der Unverbrauchtheit. Bewegend. (han)


Bad Alchemy 85

THE WISSELTANGCAMATTA Movements (Creative Sources, CS 301): Nein, das ist diesmal keine typische CS-Musik, wobei die Labelmacher in Porto ja bei aller Vorliebe für karge Bruitistik, flache Klanghierarchie und kleine Tondifferenzen keine Puristen sind. Nicht, dass dieses Trio nicht auch den Spaß an kniefieseligem Getönse verstünde, 'ndntn/aaio' ist geradezu idealtypisch mikrophil gegeigt, geknarrt, gescharrt und geschlürft. Aber drumrum ist vieles so lebhaft gestaltet, wie es das Knowhow der drei erwarten lässt. Vom Altosaxophonisten & Klarinettisten Georg Wissel durch seine Duos mit Paul Lytton bzw. Joker Nies oder mit Canaries On The Pole, vom Kontrabassmann Achim Tang mit seinen bereits CS-einschlägigen Trios mit Matthias Muche & Philip Zoubek bzw. Joe Hertenstein & Jon Irabagon, und von Simon Camatta als Soloperkussionist auf Gligg und als Teamtrommler bei The Dorf. Da zupft entsprechend Aufgekratztes an den Ohren, und bei 'lrghssm/aiio' wird sogar ausgesprochen tierisch gekrächzt und geschnurrt, geröchelt und gegrollt. Mit rampenschweinischem Gusto und dem Temperament, das sich auch zuvor schon keinen Zwang antat. Schon der Auftakt kommt nämlich gut ins Rollen, mit launigen Altosprüngen, bis sich Wissel dünn macht für Tangs Fingerpoesie und auch Camatta nur klitzelig krimskramst und Stricknadeln oder Beselchen schwingt. Was dennoch irgendwie in wildes Gekecker und Gerappel mündet. Daneben lutscht Wissel klarinettes Süßholz, von Tang fingerspitz bezupft, von Camatta locker bekleckert. Den Abschluss bildet ein holzwurmiges und zugleich flötenschön getrillertes Traktat mit von Camatta mit'm Stöckle aufs Blechle verteiltem Getüpfel. [BA 85 rbd]


Westzeit 05/15

Herz (und ohr-)erfrischend ist hingegen WISSELTANGCAMATTA,ein sax-bass-drums-Trio, das der klassischen Idee der freien Improvisation folgend auf "Movements" (Creative Sources)einen durchaus vertrauten, so aber eben doch wieder ganz neuen Klanghimmel entfaltet. Zwischen röchelnden Trötenrufen, Bassfetzen und schimmernden drum-parts bleibt genügend Experimentierplatz für viele gute Ideen!

O mesmo se poderá dizer de “Movements”, do trio Wisseltangcamatta. Com uma diferença: se o bop metamorfoseado dos Glue é o do ramo cool, aquele de que Giuffre emergiu, o deste grupo é o hard bop. Georg Wissel, o elemento em destaque – muito por causa dos seus instrumentos, o saxofone alto (preparado) e o clarinete –, esteve envolvido em realizações de várias frentes do jazz, do swing à vanguarda, e até em outras linguagens, como o rock e a música de câmara. Ora, essa perspectiva idiomática faz-se sentir a todo o momento. A forma como a transgressão e a busca do novo (ou a inserção do novo nas molduras do jazz) se conjugam com o respeito pela tradição é admirável, mesmo que os equilíbrios conseguidos sejam precários.
Se a improvisação reducionista tem mais conexões com a música escrita erudita do que com o jazz, a que aqui consta não deixa dúvidas quanto à sua ascendência. É a precariedade dos equilíbrios realizados, de resto, o que cativa nestes “movimentos”: estamos sempre à espera de verificar para onde pendem mais os três trapezistas. E sim, no meio de tantos desafios à gravidade temos o jazz, sempre o jazz. Rui Eduardo Paes (Jazz.pt)

Die Namensgebung des Trios the Wisseltangcamatta lässt eindeutig auf die Namen der Bandmitglieder schließen: Georg Wissel (as/cl), Achim Tang (b) und Simon Camatta (dr/perc) sind in der Region wahrlich keine Unbekannten, sie spielen in den verschiedenen Konstellationen – immer verschiedenen Facetten der improvisierten Musik verpflichtet. Weniger eindeutig, ja auf den ersten Blick verrätselt sind bei ihrer neuen CD movements die Titelnamen wie llgr/aeo oder rbt/uao oder ndntn/aaio. Das Rätsel lässt sich lüften, wenn man die kryptische Anordnung von Konsonanten und Vokalen als Anagramme auflöst und sich die Titel als in der Musik gängige „klassische“ Tempobezeichnungen herausstellen. Diese Form der Verschlüsselung entspricht den jeweiligen Musikstücken, sie passt sehr gut zu der Charakteristik der Musik des Trios. Diese bildet in der Tat eine Bandbreite ab von larghissimo bis vivace. Wer allerdings dahinter durchkomponierte Stücke mit angegebenem durchgängigen Tempo vermutet, sieht sich schnell enttäuscht: Wisseltangcamatta produzieren „freie“ Musik, sie erzeugen mit ihren zum Teil verfremdeten Instrumenten einen eigenwilligen Klangraum mit unterschiedlichem klanglich-musikalischen Ausdruck, der sich nur sehr indirekt auf die Tempobezeichnungen beziehen lässt. Langsame Tracks beginnen sehr leise und zurückhaltend etwa mit Klappengeräuschen, die von leiser Perkussion begleitet werden und sich mit einem gestrichenen Bass zu einem sirenenartigen Höhepunkt steigern. Oder der Saxophon-Ton wird in der Schwebe gehalten und von nervösen Drums und dunklen Bass-Pattern unterstützt. Auf den meisten Tracks entsteht so ein diffuses Klanggewusel von rätselhafter, ansprechender Ästhetik. Es finden sich durchaus auch melodiöse Anklänge durch Georg Wissels Altsax oder Klarinette oder Achim Tangs Kontrabass, aber der musikalische Grundtenor entspricht eher einem experimentell offenen Werkstattcharakter, den die drei Musiker in ihrer Interaktion pflegen. Vor allem die letzten beiden Tracks dokumentieren dies anschaulich: In dem über 13-minütigen lrghssm/aiio produzieren die Drei bei äußerster Zurückhaltung an Lautstärke eine musikalische Dauervibration, sozusagen ein Sägewerk im larghissimo, mit repetitiven Mustern und merkwürdigen Lauten, die sich dynamisch steigern und zum Schluss in einen durchgängigen (leisen) Trommelwirbel verlieren. mdrt/oeao beginnt mit moderatem Ton, der sich bis zu hochfrequenten Schwingungen steigert, es knarzt und grunzt, flötenton-artige Dauerarpeggien und –Läufe vervollständigen das musikalische Rätsel.
Das Trio the Wisseltangcamatta erzeugt in movements in feiner Nuancierung der sieben Tracks spannende abstrakte Klangwelten mit geheimnisvoller Wirkung. Das Spiel der drei Musiker lässt teilhaben an ihren weitreichenden Erfahrungen im Bereich der improvisierten Musik, ihr Zusammenspiel zeugt von einem großen Gespür für ein raffiniert abgestimmtes Interagieren im Dienste des rätselhaften Klangs. Heinrich Brinkmöller-Becker (nrwjazz.net)

Like a changing room mirror that can highlight different aspects of a garment, improvised music continues to reveal unique textures in the 21st century. The wide scope of what designates the genus is such this CD of improvised music can be unlike in conception and performance, as these reeds-double bass-percussion sessions demonstrate.
Recorded in Divai?a, Slovenia the six-part suite could never be confused with Movements’ five improvisations documented in Köln less than two months later. Titled with jumbled letters, the movements are played by three Germans: Georg Wissel on prepared alto saxophone and clarinet; double bassist Achim Tang and Simon Camatta on drums and percussion. The rhythm section especially is conversant with other sub-genres from Rock-improv to straight-ahead Jazz, but all three happily immerse themselves in Free Music like ocean swimmers on a boiling day.
Wissel, who is skilled at this sort of in-the-moment playing freedom with drummer Paul Lytton and others, spends the initial three-part suite, using saxophone phrasing to defining the parameters of the piece. At times he plays with languid motion, as if his horn is a dirigible inflating by inches; other times his exposition moves with the tremolo velocity of a concertina; while the unique rolling growls he brings to his solos make it appear as if he’s from the Scottish part of Deutschland. Alongside, Tang matches Wissel’s rooster-like reed crowing with powerful string stops, while Camatta’s cymbal resonation underlines the connective exuberance taking place up top.
Fully conversant with lower-case playing in the pianissimo range à la John Butcher and circular breathing like Evan Parker, the saxophonist never makes a fetish of extended techniques. Instead he dips in-and-out of them with a chef’s skill in seasoning a pungent stew. On clarinet, as on “rbt/uao”, his thin, torqued tone relaxes into ripened harmonies as the others bend their textures to reflect this. As much as “mdrt/oeao” sums up the recital by concluding it lyrically with a track that sweeps the reedist’s flute-like elasticized tone, the bassist’s pit bull-like growling slices and the percussionist’s broken beat into a satisfying finale, “lrghssm/aiio” is Movement’s true climax. Electronically processed reed curves, cries and slurps are built up to skyscraper height, but with enough space within the bonding bricks and mortar so that the other two have enough space to express sonically affiliated rolls and swipes respectively.
For the sophisticated listener the chief difference in appreciation for this Euro-Improv exemplar is a preference for Free Jazz or Free Music. Ken Waxman (JazzWord)


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